HAFTUNGSRISIKO

Geschäftsführer und leitende Angestellte sind seit einem Jahr vor enorme Herausforderung gestellt. Es müssen einerseits Arbeitsplätze gesichert werden, aber auch gleichzeitig der Fortbestand des Unternehmens und des Geschäftsmodells. Es bedarf einer stetigen Adaptierung der Geschäftsprozesse und dazu sind viele Entscheidungen nötig, die oftmals sehr schnell getroffen werden müssen.

 

Agilität versus Risikominimierung

Jeder, der schon mal in einer Krise zeitkritische Entscheidungen treffen musste, weiß, dass es oftmals nicht möglich ist, eine umfassende Risikoanalyse zu tätigen. Eine kleine Entscheidung kann daher zu großen Auswirkungen führen, leider auch zu negativen. Dieses Risiko kennt jeder Manager.

Was viele jedoch nicht kennen oder aufgrund der Krisensituation vernachlässigen, sind die gesetzlichen Bestimmungen, die jederzeit für Geschäftsführer und Führungskräfte gelten und trotz aller Agilität und Entscheidungsgeschwindigkeit einzuhalten sind. Es geht hier um ganz persönliche Haftungsrisiken und Pflichten, deren Auswirkungen man kennen sollte.

Sorgfaltspflicht, Treupflicht, Überschuldung und Co

Durch die Corona-Maßnahmen der Bundesregierung sind viele Themen hinzugekommen, die die ohnehin schon komplexen Rahmenbedingungen noch zusätzlich erschweren. Wie etwa eine etwaige Konkursverschleppung bei Inanspruchnahme von Stundungen.

Alle reden von der kommenden Pleitewelle – aber wann kommt sie? Dann, wenn sich die – möglicherweise immer neu gestundeten – Steuern und Sozialabgaben oder Kreditraten endgültig als nicht bezahlbar herausstellen. Und dann ist nicht nur das strauchelnde Unternehmen betroffen, sondern auch im Grunde gesunde, die als Gläubiger durch die Finger schauen.

Stundung als legitimes Mittel – mit Risiken

Natürlich versucht jeder zuerst, die Liquidität des Unternehmens zu sichern, dazu ist eine Stundung ein legitimes Mittel. Allerdings muss trotzdem eine ordentliche und realistische Liquiditätsplanung und auch eine Fortbestandsanalyse durchgeführt werden. Sollte diese negativ ausfallen, bleibt einem der Gang zum Konkursrichter nicht erspart. Auch in Krisenzeiten gelten die Pflichten des GmbH-Gesetzes und führen bei Missachtung zu Strafen, die im Extremfall in persönlichen Haftungen münden können.

Unwissen schützt nicht, und daher empfiehlt es sich dringend für jeden Geschäftsführer aber auch für jeden leitenden Angestellten sich über diese Themen zu informieren und diese im betrieblichen Alltag zu beachten.

Entschuldungsmöglichkeiten

Diese Entschuldungsmöglichkeiten stehen nach einem Konkurs allen offen:

Sanierungsverfahren (mit oder ohne Eigenverwaltung): Mindestquote ist 20 bzw. 30 %. Dauer: zwei bis fünf Jahre. Das Sanierungsverfahren ist vor allem für juristische Personen, also Unternehmen, interessant.

Zahlungsplan: Mindestquote ist der Betrag, der in fünf Jahren zahl-, also pfändbar ist. Dauer: maximal sieben Jahre

Zustimmung durch die Gläubiger: Mindestens die Hälfte aller Gläubiger, die auch die Hälfte der Schulden halten, muss dem Zahlungsplan zustimmen. Sonst bleibt nur das Abschöpfungsverfahren.

Abschöpfungsverfahren: alles, was in fünf Jahren zahl-, also pfändbar ist, wird abgeschöpft. Dauer: fünf Jahre.

Antragstellung: juristische Personen (Unternehmen) stellen beim zuständigen Landesgericht, in Wien beim Handelsgericht den Antrag.

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