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Der zweite harte Lockdown in Österreich ist vorüber. Für die meisten Arbeitnehmer bedeutet das vorerst eine Rückkehr vom Homeoffice in den Betrieb. Doch Vorsicht – dabei gilt es einige Vorschriften und Auflagen zu beachten

Eines ist inzwischen klar: Der Arbeitsalltag wird nicht mehr derselbe wie vor der COVID-19-Pandemie sein. Homeoffice hat im Bewusstsein von Arbeitgebern und Arbeitnehmern einen völlig neuen Stellenwert erlangt und ist aus dem Berufsleben nicht mehr wegzudenken. Soll nach dem zweiten Lockdown nun die Rückkehr ins Büro folgen, müssen Sie als Arbeitgeber die komplexen Schutzbestimmungen kennen und einhalten, denn Sie haben gegenüber Ihren Mitarbeitern eine Fürsorgepflicht! Wir beantworten Ihnen die wichtigsten Fragen für einen reibungslosen Ablauf:

Wer darf überhaupt ins Büro zurückkehren?

Im Vorfeld ist zu entscheiden, welche Arbeitnehmer zuerst bzw. überhaupt vom Homeoffice ins Büro zurückkehren sollen. Klären Sie dabei ab, ob es Risikoarbeitnehmer oder besonders schutzwürdige Personen gibt, die weiterhin im Homeoffice besser aufgehoben sind.

Wichtig: Mitarbeiter, denen ein COVID-19-Risikoattest ausgestellt wurde, haben einen Anspruch auf Freistellung bzw. Homeoffice, sofern nicht ein absolut sicherer Arbeitsplatz für sie eingerichtet werden kann!

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Welche Schutzvorkehrungen sind zu treffen?

Zu den wichtigsten Regelungen zurück am Arbeitsplatz zählt die Abstandsregelung von mindestens einem Meter – das Arbeitsinspektorat empfiehlt (falls dies räumlich möglich ist) sogar einen Abstand von zwei bis drei Metern. Arbeitsplätze sind in diesem Abstand anzuordnen. Ist die Einhaltung des Mindestabstands nicht möglich, müssen Sie räumliche Maßnahmen wie Trennwände oder Plexiglasschutze treffen. Überall, wo in Büroräumen der Mindestabstand von einem Meter unterschritten wird, ist verpflichtend ein Mund-Nasenschutz zu tragen.

Außerdem müssen Sie als Arbeitgeber für erhöhte Hygiene sorgen: Stellen Sie ausreichend Desinfektionsmittel und Waschgelegenheiten zur Verfügung und weisen Sie die Mitarbeiter zum regelmäßigen Händewaschen an. Auch Maßnahmen wie regelmäßiges Lüften und Reinigen des Büros sind zu treffen.

Wichtig: Achten Sie bei allen Schutzmaßnahmen darauf, dass diese im Einklang mit dem Arbeitsrecht, dem Kollektivvertrag und dem Arbeitsvertrag stehen! So kann z.B. die Arbeitszeit nicht einseitig durch den Arbeitgeber abgeändert werden.

Was kann der Arbeitgeber noch tun, um die Kontakte am Arbeitsplatz zu reduzieren?

Damit es am Büroeingang oder in den Pausenräumen zu keinen Stoßzeiten kommt, muss der Arbeitgeber vermeiden, dass alle Arbeitnehmer gleichzeitig kommen. Das kann etwa durch Rotation oder Staffelung der Arbeitszeiten erreicht werden. Auch die Einteilung der Mitarbeiter in feste Teams, die abwechselnd im Büro bzw. im Homeoffice arbeiten, kann sinnvoll sein. Besprechungen und Meetings sollten soweit wie möglich vermieden oder durch Videokonferenzen ersetzt werden.

Welche Strafen drohen, wenn Schutzmaßnahmen nicht eingehalten werden?

Trifft der Arbeitgeber nicht die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen, hat er mit unterschiedlichen Sanktionen zu rechnen: Arbeitgebern, die ihren Arbeitnehmern keine angemessenen Sicherheitsmaßnahmen zur Verfügung stellen oder gegen das ArbeitnehmerInnenschutzgesetz verstoßen, drohen Verwaltungsstrafen von € 166 bis € 8.324, im Wiederholungsfall sogar von € 333 bis € 16.659! Schafft der Arbeitgeber vorsätzlich oder fahrlässig eine Arbeitsumgebung, die geeignet ist, die Gefahr der Verbreitung einer übertragbaren Krankheit unter den Arbeitnehmern herbeizuführen, kann er strafrechtlich verfolgt werden.

Noch ein letzter Tipp: Als Arbeitgeber sind Sie auch verpflichtet, Ihre Mitarbeiter über wichtige Änderungen der Arbeitnehmerschutzvorschriften zu informieren. Unsere Neuauflage „Aushangpflichtige Gesetze – Arbeitnehmerschutz 2021“ sammelt die wichtigsten Gesetze und Verordnungen dazu sowie die aktuellen COVID-19-Bestimmungen in einem Band – und erspart Ihnen ein mühsames Zusammensuchen!

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